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Gothic-/Fetisch- & Bizarre-Talk 23. 05. 2012, 09:51 *
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Autor Thema: Was ist Schwarz/Gothic <- Eure Meinung  (Gelesen 3238 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Aetertinatis
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« am: 06. 06. 2005, 01:54 »

So mal ein Thema zum Romane schreiben Smiley


- Wie defeniert ihr euch selbst ?
- Wie defeniert ihr die Szene ?
- Was ist ein Grufti und was nicht ?
- Welche Wurzeln von den Grundgedanken sind noch übrig ? / welche waren es ?
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- "Überzeugungen sind ein größerer Feind der Realität als Lügen!"
- "Religionen sind der Feind der Individualität... sie verkörpern die Konformität."
steelfinger
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« Antworten #1 am: 06. 06. 2005, 09:34 »

Normalerweise würde ich auf diese Frage antworten: "Darüber nachzudenken und eine Definition zu versuchen ist genauso überflüssig, ja unmöglich, wie den Begriff Kunst zu definieren."

Aber nach dem letzten WGT habe ich mir tatsächlich über eine Szene, die ich seit inzwischen knapp 20 Jahren verfolge, mir so meine Gedanken gemacht. Mehr in Bezug darauf, allerdings, was von den Dingen übriggeblieben ist, die mich irgendwann mal an dieser Lebenseinstellung übrig geblieben ist.

Wenn ich bedenke, daß es mal eine große Nähe zur Konsum verweigernden Einstellung der Punks gab muß ich sagen: wenig ist übriggeblieben. Das wurde mir dieses Jahr in der AGRA bewußt. Zur Eklärung: ich war vor allem deshalb beim WGT, weil ich mich verschiedenen Mags und Labels als Illustrator & Photograph anbieten wollte, deshalb habe ich praktisch ausschließlich die AGRA mitbekommen.

Wenn ich mir anschaue, was so beim WGT rumläuft und wie die Leute angezogen sind, bleibt mir nur zu sagen, das dort der wichtigste Ort ist den X-Tra-X Katalog mal live zu sehen. Dort sieht man dann Schwarzkittel-Frischlinge (aber beleibe nicht nur diese), die sich mit Klamotten eindecken und sich darüber freuen mit bis zu 70% Rabatt (Festivalrabatt und etwaige addierende Gutscheine) ein gutes Geschäft gemacht zu haben, nicht wissend, das die Händler trotz solcher Rabatte immer noch *satte* Gewinne einfahren. Von den Gewinnmargen kann jeder andere Einzelhändler nur träumen. Darüber ist gerade die genannte Firma für ihre Knebelverträge mit Herstellern bekannt.

Auf Seiten der Herausgeber von Magazinen sieht es ähnlich aus. Es gibt zwar einen großen Konkurrenzkampf auf dem Gebiet, aber immerhin leben tatsächlich noch mindestens 6 Magazine, teilweise so gut, daß sie sich ziemlich große Stände beim WGT leisten können. Adäquat bezahlen können oder wollen die nicht. Müssen sie auch nicht, denn es gibt ja genug Trottel, die ihre bildlichen und textlichen Ergüsse gewissermaßen für lau einreichen und allein darüber glücklich sind, mal veröffentlichen zu können. Und, nur um der Gerechtigkeit Sorge zu tragen, genügend in der Szene anerkannte Künstler, die das sogar mit machen, also sich mit geradezu lächerlichen Bezahlungen zufrieden geben (Bei einigen, von denen ich es weiß, pendelt sich das dann bei *unter* 5,- eur Stundenlohn ein, da überlegt man sich doch gleich nen Mac-Job anzunehmen.

Zumindest das AGRA-Gelände mutiert jedenfalls inzwischen zum Jahrmarkt der EItelkeiten, auf dem die Spaziergänger, sobald sich ein Objektiv auf sie richtet, in Pose setzen. Ob es wohl schon interne Wetten gibt, wer es schafft am meisten Bilder von sich gemacht zu bekommen?

Irgendwie ist die Szene für mich nur noch eine leere Schale. Sie hat sich zu einem Sammelbecken für Leute mit stark ausgeprägtem Geltungsdrang entwickelt, denen aber die Kreativität oder Lust fehlt mit eigenen Ideen aufzufallen... und, pardon, Idee kann ich es nicht nennen, wenn man sich möglichst geschickt Klamotten von der Stange zusammenstellt. Inzwischen gibt es sogar (auch nicht erst seit gestern) pre-torn Nylons... natürlich zu stattlichen Preisen. Also ob das nicht in sekundenschnelle auch als "Handarbeit" erreicht werden könnte.

*Die* politische Ausrichtung der Szene gibt es auch nicht mehr. Anfangs war da noch sowas wie eine introspektive Linke zu sehen, die eben durch die Nähe zum Punk zwangsläufig dabei war. Inzwischen ist die Szene ein Mix aller politischer Richtungen geworden. An sich ja keine schlechte Sache, wenn da nicht die extremen Ausrichtungen wären. Dazu ein kurzer Rückblick. In den 80s gab es eine klare Frontenteilung: Hier die Punks, Gothics und Mods, dort die Skins (mit Ausname der selten gewordenen Redskins), Psychs und Teds. Man kam zwar in dieselben Läden, aber es herrschte Abgrenzung bis offene Feindschaft. Irgendwann waren auf einmal Psychs und Skins verschwunden. Also man dann genauer hinschaute, tanzten die gerade zu den Klängen irgeneiner Elekto- oder Mittelalter-Kombo, nicht mehr zu Oi. Da wird mit Symbolen wie der Black Sun (und die ist nun leider eindeutig und ausschließlich eine Eigenentwicklung der Nazis im Dritten Reich gewesen, nicht wie immer gern kolportiert wird, nordischen oder keltischen Ursprungs) rumgespielt, ohne sich Gedanken über die Hintergründe zu machen. Selbst wenn es so *wäre*, daß die Symbole neutrale Ursprünge hätten, finde ich es sehr bedenklich, daß die jüngere Vergangenheit Deutschlands dabei einfach übergangen wird. Insgesamt dürfte allerdings die Szene ein eher unpolitischer Haufen sein, der Politik nur daran mißt, was man sich zuhause aufs Brot legt, oder ob man nicht doch lieber nen Absinth drauf trinkt.

Für mich ist *diese* Szene inzwischen jedenfalls nur noch ein Grund sich aufzuregen mit ihren Oberflächlichkeiten. Selbst wenn ich immer mal wieder einzelne Gestalten sehe, die versuchen dagegen anzurennen. Ich werde dennoch weiter beobachten was so passiert, zumindest solange es noch spannend ist. ;-)
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Mondenkind


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« Antworten #2 am: 07. 06. 2005, 14:15 »

*rofl*
*99%zustimm*
Den einen Prozent heb ich mir auf, falls ich was überlesen oder falsch verstanden habe! ;-)
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steelfinger
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« Antworten #3 am: 07. 06. 2005, 14:54 »

Ach nee, hallo Kollegin.  Dachte ich mir doch, daß ich das Profilfoto schon mal gesehen habe. Zwinkernd Wo sonst, als in der FC. L&auml;chelnd  
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DerangedInsanity
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« Antworten #4 am: 07. 06. 2005, 20:45 »

Ich bin zwar noch nicht lange dabei genau genommen erst so seit ca. 3 Jahren, aber in dieser Zeit hat sich auch vieles drastisch geändert.

Die Beobachtung die beim WGT kann ich zwar nicht aus Erfahrung wieder geben, aber die wenigsten liefen als sie Selbst rum. Eher wie Puppen die an Schnüren hängen und sich, wie Steelfinger geschrieben hat , in Pose werfen. Bei manchen konnten man gut erkennen dass sie sich ihr "Outfit" selber gemacht haben.

In den Discos fällt sehr auf das der Alterspegel immer mehr sinkt und fast nur noch Konsumkinder duch die Gegend laufen. Trinken, posieren, immer auf der Suche nach einem neuen Sexualpartner (das scheinen die ja als einen wichtigen Teil der Szene zu sehen).  

Was an anderer Stelle ja auch schon dieskutiert wurde ist, das Ritzen was in deren Augen auch zu der Szene gehört.

Wie wichtig der Konsum geworden ist und wie die Szene verkommt erkennt man ja auch an der Aktion, Gruftcontest 2005 oder so ähnlich. Dies gehört gar nicht dazu, deswegen habe ich den Namen schon wieder vergessen.

Diese Wetten gibt es mit Sicherheit, aber auch andere wieviele Partner man hat.

Ich bin dazu übergegangen wenn man Arbeitskollegen oder Eltern erläutern möchte in welcher Szene man sich bewegt, sie "Schwarz" zu nennen. Da Gothic, Grufti und ähnliches einfach nicht passt, diese Bezeichnungen sind einfach in den Medien schon  zu weit vertreten. Szenenfremden Menschen muss man ja irgendeinen Begriff nennen mit dem sie dies in Verbindung bringen können.

Gruß Dera
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Nur der Minderwertige wird das lächerliche System der  Gleichheit predigen!
Er kann sich nicht zu Höherem emporschwingen, deshalb will er mich zu sich herunterziehen.

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IndustrialOrk
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« Antworten #5 am: 08. 06. 2005, 07:33 »

  -Wie definiert ihr euch selbst ?

Ich weiss nicht wie ich mich selbst definitieren würde, dafür bin ich einfach zu sehr ich und einfach zu sehr in diverse Richtungen involviert. Wenn man es jetzt nur auf die Musik ausweiten möchte, so "komme" ich definitiv aus dem Bereich Noise/Industrial/Neolk, habe aber mehr und mehr gefallen an Metalcore gefunden und Punk und Goa, Schrankz usw. hab ich eigentlich auch schon mehr oder weniger immer gehört....
Wenn ich mich optisch definieren soll so wird es noch schwieriger... natürlich hab auch ich meine Phasen gehabt wo ich nur in schwarz rumgelaufen bin und ich kann nicht abstreiten (naja, es ist eher offensichtlich...) dass ich, wenn ich rausgehe, exhibitionistische Züge entwickel *g* aber im Alltag ist es sehr schwer, ich ziehe an worauf ich Lust hab. Das kann heute die Baggy mit dem Kaputzenpulli sein, morgen die rote Hose mit quitschgrünem Pulli und übermorgen die supereng geschnittene tiefsitzende Jeans mit ner knappen Bluser. Von der Kleidung auf der Arbeit mal ganz zu schweigen (Bank...)
Die Einflüsse die um mich herum sind sind auch viel zu verschieden... meine Clique würde ich gemeinhin als Alternativ bezeichnen. Wir haben da die typischen Klischeeleute die immer nur schwarz tragen, supergepiercte und tätowierte Metalcore Leute, "richtige" Metaller aber auch mehr oder minder Schicksen ...
Ich würd einfach sagen - ich bin ich - ich mag dieses Schubladendenken nicht, wieso sollte ich mich selbst in eine Schublade stecken?


  - Wie definiert ihr die Szene ?

arrogant, eingebildet, viel zu bunt ----- so wird der Ruhrpott leider mehr und mehr
es gibt noch erfrischend viele ausnahmen.... aber im endeffekt wird es mehr und mehr zu einem sehen und gesehen werden.... (da kann ich mich nicht ganz rausnehmen, das weiss ich) ... kerle in miniröcken, mit ponyfalls und superheftig geschminkt... schwarzlichtaktive/neonfarbene bettvorleger die um die füße gewickelt werden...
... mehr und mehr drogen....    ich bin viel mehr gruft als du...
... die leute werden immer jünger.. und je jünger desto cooler....
... ich weiss nicht ob das die szene ist mit der ich zu tun haben möchte.... auf jeden fall fühle ich mich dem, was man gemeinhin als "GothicSzene" bezeichnen möchte nicht (mehr?) wirklcih zugehörig....


  - Was ist ein Grufti und was nicht ?

siehe antwort hier drüber....
ich mag kein schubladendenken...

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indociLis
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« Antworten #6 am: 08. 06. 2005, 16:31 »

Hm... Ich habe irgendwie das Gefühl, daß bei den Gruftis (iiih! Gruftis! *g*) Genauso funktioniert, wie überall sonst auch. Irgendwer hat eine Idee, alle machen es nach, dann gibt es eine Antifraktion, dann gibt es eine Anti-Anti-Fraktion, und so fort... Man betrachte das mal mit den Neons. Ich mein, die Neons kann ich auch größtenteils nicht ab, aber nicht, weil sie in Neonklamotten rumlaufen, sondern wegen offensichtlich fehlender Mindestintelligenz und übertriebenem Paarungsgehabe. Ich mein, Disco ist ja nu kein Affenhaus, wo man sich einfach so begatten kann und dann vom zahlenden Publikum beäugt werden darf... Zumindest hatte ich das so verstanden, daß man da zum... Tanzen hingeht. Vielleicht liege ich falsch. Rüschen und Glöckchen kann ich irgendwie auch nicht mehr sehen, aber das ist vermutlich auf persönliche Traumata zurückzuführen... Generell finde ich glaube ich einfach Individua nervig, die ihre Präsenz möglichst auffällig kundtun müssen, sei es nun durch die übliche "Ich bade in der Jauche"-Patchouly-Fahne oder durch Lepraklappern oder sonstwas...

Schjoa, mag man sich fragen, warum ich dann überhaupt in Läden gehe (oder auf Festivals fahre), wo solches Volk in größeren Haufen vertreten ist. Ich glaub, ich hab mich das selbst schön öfter gefragt und bin zu dem Schluss gekommen, daß Stinoläden nicht besser aber dafür wesentlich teurer sind und man aber auch irgendwie so amüsant lästern kann... Das gehört irgendwie dazu, glaube ich fast.

Was wünscht man sich da für die Zukunft? Ich glaube, ich wäre schon zufrieden, wenn die Polizei mal dann und wann in den einschlägigen Lokalitäten die eine oder andere Razzia durchziehen würde. Oder wahlweise Heroin an der Tür verschenkt würde. Bei beiden Lösungen wäre die 'Szene' nachher... *g* sagen wir... gesundgeschrumpft...


Amüsierte Grüße, das L.
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Coldness_of_Heart
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« Antworten #7 am: 10. 06. 2005, 17:02 »

Möchte mich in keinster Weise in den Mittelpunkt drängen, aber es wird leider danach klingen, fürchte ich... Ich bin, bei uns wohlgmerkt, einer der wenigen *echten* Gothics würde ich behaupten, leider ist es in Österreich so, das jeder Cradle oder Eisregen hört und sich dabei Gothic schimpft... dazu noch ein *kreatives* Bandshirt und *klischeemäßige* lange Haare... ja und so gehts dann weiter: iMMER böse dreinschauen, Met in Mengen saufen und behaupten, Metal ist gleichzusetzen mit Gothic... hab mir mal den Spaß erlaubt, und eine angebliche *goth* befragt, was Gothic für sie ausmacht... komisch, ne antwort darauf, die mir und meinen vorstellungen von Gothic entspricht kam da nicht... nur etwas von *anders* sein, inwie sich das äußere, kam awa nicht ^^ es reicht scheinbar für manche, sich schwarz anzuziehen, Metal (!) zu hören und lange haare zu haben, um ein *echter* Goth zu sein *gg* nebenbei: wgt? was ist das? *lol*

Ich für meinen Teil falle sehr stark durch meine Kleidung, auch in der Öffentlichkeit auf, ok ihr habt recht, leider lässts sich nicht vermeiden *von der stange* einzukaufen, wie aderlass und co.... trotzdem ist man unter *unseren* schwarzen ein farbklecks, da keiner von denen was anderes als einen *truen* Matrixmantel und passendem Bandshirt von Cradle und co an seinen Körper lässt ^^ Ich kann erklären für meinen Teil, was es bedeutet, schwarz zu sein... Für mich ist es, sich abzugrenzen von der Gesellschaft, ihrem täglich gleich ablaufendem Tagesablauf (tagsüber arbeiten, nachts saufen und in der disse abhängen), meine weiße und bleiche Haut ist für mich das Symbol nicht dem Trend *braun und gesund* hinterher zu laufen (der wie soviele Trends aus den USA kommt...), sondern meinen Körper zu lassen, wie er ist. Ja ich style mich, schon klar. Und auch eine Tätowierung muss her... doch keineswegs ein Totenkopf oder ein *trendiges* triball, denn ich für meinen Teil, schwimme nicht mit dem strom und mache nicht jeden Trend mit.

Lg
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Wygnus
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« Antworten #8 am: 11. 06. 2005, 16:00 »

Ich verschiebe das ganze mal in die Szenediskussonen

MfG Arne
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Anika
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« Antworten #9 am: 27. 05. 2006, 01:45 »

Ich bin schwarzbunt (ja, buht mich nur aus, da steh ich drüber  L&auml;chelnd ) und daher finen viele Meine Meinung zu diesem Thema vielleicht unpassend.

Gothik ist für mich ein Lebensgefühl oder wenigstens ein Teil davon. Schwarze Romantik, Tiefsinnigkeit und Sinnlichkeit gehören für mich dazu genauso wie Tolleranz und Respekt anderen gegenüber. Schwarz ist nicht unbedingt ein Muss, auch wenn ich es gern trage.

Was die Kleidung anbelangt so finde ich das das etwas ist das im Kopf beheimatet ist, eine Einstellung, ein Stil, der nicht unbedingt mit auffälliger Kleidung zu tun haben muss. Ich will nicht jedem XY zeigen: Hey, ich hab ne schwarze Ader. Andererseits ist diese Kleidung notwendig um sich von anderen Szenen abzuheben und klar Stellung zu beziehen.

LG
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Coldness_of_Heart
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« Antworten #10 am: 27. 05. 2006, 14:46 »

man sollte sich nicht verkleiden, sonder das tragen, indem man sich wohl fühlt. die einen haben eben eine mehr ästethische ader, und die andren wollen halt weniger auffallen
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Anika
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« Antworten #11 am: 27. 05. 2006, 17:01 »

Richtig Smiley So wollte ich das ausdrücken.
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Deathshade
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« Antworten #12 am: 08. 05. 2007, 17:06 »

So dieser Text ist schon etwas Älter, habe ihn damals mit einen Kumpel verfasst.......


Was Gothic ist: Gothic ist eine Subkultur, ein Stil und eine Lebenseinstellung, eine Art und Weise des Denkens, die man unmöglich pauschal beschreiben kann. Wer meint, man könne Goths in eine Schublade stecken, irrt gewaltig. Das Spektrum an Interessen, Stilen und Aktivitäten ist nicht zu erfassen. Man kann hundert Goths fragen, was "Gothic" für sie bedeutet, und man wird wahrscheinlich ebenso viele verschiedene Definitionen erhalten. Der "rote Faden" der Gothic-Kultur ist die friedliche und unpolitische Ablehnung vieler Merkmale unserer Gesellschaft, die Auseinandersetzung mit Tabus und die Anerkennung der Gegensätze des Lebens, das Bewußtsein um die Zusammengehörigkeit von Hellem und Dunklem, von Gutem und Bösem, und der Tatsache, daß das eine nicht ohne das andere existieren kann und daß die traditionellen Werturteile, die den Gegensätzen zugewiesen werden, nicht notwendigerweise zutreffend sind. Der Dunkelheit und damit der Farbe schwarz werden seit jeher das Böse und das Negative zugeordnet. In der Dunkelheit der Nacht geschehen geheimnisvolle, unheimliche Dinge, nachts läuft die Phantasie auf Hochtouren. Wenn es Nacht wird, erwachen die Toten und Kreaturen wie Vampire, Geister und Dämonen. Für die meisten Menschen haben diese Vorstellungen einen enormen Reiz, aber es ist eine Art "Reiz des Verbotenen", da diese Dinge in die Kategorie "Aberglaube" ("Aber" = Gegensatz) eingeordnet werden und für die meisten hieße das, sich mit etwas "Bösem" zu beschäftigen. Das, was wissenschaftlich nicht belegbar ist, wird in unserer Zeit der Technik, der Logik und des Verstandes abgelehnt. Goths brechen auch mit diesem Umstand, da sie sich in der Regel sehr für diese Dinge interessieren und es im Allgemeinen auch nicht verheimlichen. Sie stellen mit ihrer schwarzen Kleidung die Dunkelheit dar, und da viele Menschen nicht die schönen Seiten der Dunkelheit (Romantik, Melancholie, Sehnsucht, Träume, Stille, Geborgenheit, Schutz...) sehen können oder wollen, werden nur die negativen Aspekte auf die Goths projiziert. In einer Gesellschaft, die Sterben und Vergänglichkeit verleugnet, deren Angst vor dem Tod und Ringen nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit schon fanatisch ist, pflegen Goths die symbolische Artikulation von Trauer und Tod und setzen sich mit der eigenen Einsamkeit und Todesnähe kritisch auseinander. Der Anschein, daß Goths eine gesteigerte Todessehnsucht besitzen, begründet sich mit der Tatsache, daß sie den Tod und das Vergehen als selbstverständlichen Teil des Lebens und des natürlichen Kreislaufs erkennen und akzeptieren. Dennoch ist das, was nach dem Tod kommt, nach wie vor ein Mysterium, welches sich großer Beliebtheit, nicht nur bei Goths, erfreut. Demzufolge sind Tod und Sterben häufige Themen in Gesprächen, Gedichten und der Musik. Sicherlich neigen viele Goths zu einer düsteren Grundstimmung, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, daß ein Großteil eine schwierige oder gar zerstörte Beziehung zur Familie hat, daß häufig innerhalb der Familie Schweigen statt Kommunikation, Inakzeptanz oder gar Gleichgültigkeit den Umgang miteinander prägten. Daraus folgt eine Ablehnung der Lebensform der Eltern, ein Bruch mit der Identifikation und eine Neuorientierung. Da für viele Trauer, Introvertiertheit und Einsamkeit, manchmal auch Hoffnungslosigkeit eine große Rolle in der Gefühlswelt spielen, fühlen sie sich zu einer Szene, die genau dies verkörpert, hingezogen. Hier müssen sie nicht eine Maske der Zufriedenheit und Glückseligkeit tragen, sondern können ihre wahren Gefühle zeigen und ausleben. Viele Goths haben einen starken Hang zu Geschichte, Literatur (besonders anspruchsvolle Literatur und Klassiker) und Musik, wobei letzteres eine zentrale Rolle in der Gothic-Kultur spielt. Musik ist jedoch nicht die einzige Kunstform des Gothic, künstlerische Bemühungen aller Art werden begrüßt und angeregt. Viele sind in irgendeiner Form kreativ, machen Musik, schreiben, nähen, zeichnen, fotografieren... um nur wenige von hunderten Ausdrucksmöglichkeiten zu nennen. Viele Goths neigen dazu, vermutlich aufgrund ihrer eigenen Vorgeschichte, mit Schwächeren mitzufühlen, sich in sie hineinzuversetzen und sich für sie einzusetzen. In vielen Dingen unterscheiden Goths sich nicht von der "normalen" Bevölkerung: sie arbeiten, gehen zur Schule oder studieren, zahlen Steuern, gründen Familien, setzen sich für die Gemeinschaft ein, leben das Leben für welches sie sich entschieden haben und sind genauso produktiv wie andere, wenn nicht sogar mehr.  Goth zu sein, ist im Endeffekt eine Art "Stammzugehörigkeit", ein Weg für Leute mit den gleichen Interessen und Einstellungen, andere ihrer Art und einen Platz zu finden. Wie die meisten Stämme, so versuchen Goths häufig die herauszuhalten, die "nicht vom Stamm sind", die nicht hineinpassen oder die nur daran interessiert sind, sie zu begutachten, weil sie anders aussehen und Interessen außerhalb des "Mainstream" haben. Zur Zeit ist Gothic sehr "in", gefördert durch den Erfolg einiger Bands, Filme und Serien und das Interesse der Medien. Einige der "Junggoths" werden jedoch ihre Interessen ändern und wieder aussteigen, andere bleiben, wieder andere steigen aus, fühlen sich in der "normalen" Welt deplaziert und finden auf irgendeinem Weg wieder zurück.

Was Gothic nicht ist!: Die meisten Goths heben sich optisch stark von der "normalen" Bevölkerung ab, mögen Dinge und befassen sich mit Themen, die andere fraglich, beunruhigend oder pervers finden oder die "tabu" sind. Infolgedessen bestehen eine Menge Annahmen und Vorurteile, von denen die meisten nicht wahr sind. Diese Annahmen mögen mit der Farbe Schwarz zusammenhängen (der seit jeher die Eigenschaft des Bösen und Geheimnisvollen anhaftet) und mit der Tatsache, daß die meisten Menschen Dingen, die sie nicht verstehen oder die von der Norm abweichen, mißtrauisch und feindselig gegenüberstehen.


Hier einige der häufigsten Vorurteile:
  - Goths sind Satanisten und feiern schwarze Messen - Goths quälen Tiere und bringen sie als Opfer dar - Goths entweihen Kirchen, treiben sich nachts auf Friedhöfen herum und schänden Gräber - Goths denken, daß sie Vampire sind und schlafen in Särgen - Goths sind gefährlich und kriminell - Goths sind rechtsradikal - Goths bedrohen und terrorisieren andere und stehlen - Goths sind besessen von dem Gedanken an den Tod und sehnen sich nach ihm - Goths nehmen Drogen - Goths sind Anhänger der SM-Szene und homosexuell - Goths arbeiten nicht und zahlen keine Steuern Selbstverständlich gibt es Goths, auf die der eine oder andere Punkt zutrifft (wie auch auf Menschen der "normalen" Bevölkerung) und sicherlich sind einigen diese Vorurteile sehr recht, weil sie für Abstand zur Gesellschaft sorgen, provokant und schockierend sind, aber diese Vorurteile kann man nicht verallgemeinern und sie haben nichts mit dem Grundgedanken der Gothic-Kultur zu tun.
« Letzte Änderung: 08. 05. 2007, 17:08 von Deathshade » Gespeichert

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